Samstagsplausch {35.18}

Wieder ist Samstag und wieder trifft sich die fröhliche Runde bei Andrea zum Samstagsplausch. Auch für mich ist es eine schöne Tradition geworden, mich wöchentlich zu den Plauscherinnen zu gesellen. Meine vergangene Woche verlief ohne große oder aufregende Dinge, zumindest nicht greifbar, emotional gab es schon aufregende Dinge, doch dazu später. Ich hatte ja berichtet, dass am vergangenen Wochenende Weinstöcke und ein Feigenbäumchen bei uns im Garten einzogen, auch das neue Empfangskomitee hatte ich euch vorgestellt. Sonst gab es gar nichts zu berichten. Ich war in dieser Woche wieder beim Stricken und am Donnerstag hat uns unsere Tochter besucht.
Den Beitrag vom Stricken habe ich allerdings wieder gelöscht. Falls ihn jemand gelesen hat oder die Benachrichtigung per E-Mail erhielt und dann den Beitrag suchte, bitte wundert euch nicht. Und da komme ich nun zu den emotional aufregenden Dingen. Wie ihr wisst oder ich euch berichtet hatte, war ich in der letzten Zeit mit dem Aufbau eines neuen Blogs für eben diese Strickrunde beschäftigt. Bis vor ein paar Tagen nahm ich an, dies sei von den meisten gewünscht und wird begrüßt (obwohl klar ist, dass bei einer Runde von 29 Leuten nie alle mit allem einverstanden sein werden). Weil ich dachte, das alte Blog der Strickrunde musste wegen der DSGVO aus dem Internet verschwinden, erklärte ich meine Bereitschaft, mich um ein neues Blog zu kümmern, was der neuen Verordnung entspricht. Die Frage, ob ein neues Blog gewünscht sei, wurde an alle gerichtet, die erreichbar sind (WhatsApp-Gruppe und persönlich beim Treffen). Es wurde mir ein Einwand zugetragen, auf den ich besser hätte hören sollen. Ansonsten gab es positives Feedback oder keine Wortmeldungen (aber so ist es ja leider meistens). In schöner Teamarbeit mit dem Schwiegersohn (er war für die technischen Details auf dem Server zuständig, ich für die WP-Dinge) entstand ein neues Blog, in das ich mein Herzblut steckte, weil ich an solchen Dingen ganz viel Freude habe. Alles Notwendige wurde eingebaut, damit auch rechtlich alles korrekt war. Es gab auch einige Posts und Fotos nach unseren wöchentlichen Treffen, wobei ich auch da stets die Zustimmung aller Anwesenden einholte, bevor ich Fotos veröffentlichte. Das ist ja beim Bloggen alles zu beachten. Bis zum Donnerstag war ich der Meinung, dass dieses Blog die Strickrunde bekannt machen könnte und soll. Als sich die Strickrunde vor vielen Jahren zusammen fand, lag es uns sehr am Herzen, auch andere und neue Handarbeitsfreudige zu gewinnen. Jetzt wurde ich eines Besseren belehrt oder durfte wieder einmal Erfahrungen sammeln, auf die ich gern verzichtet hätte. Wie macht man am besten Werbung für etwas in der heutigen Zeit, wo spricht sich etwas herum? Natürlich durch Mundpropaganda, durch so ein Blog und nicht zuletzt doch bei Fcb**k. Das dachte ich mir zumindest, sprach beim letzten Treffen mit einer Strickerin über eine FB-Seite, leider eben nur mit 1 Strickerin, weil ich der Annahme war, dass man hier nicht groß um Erlaubnis bitten muss. Weit gefehlt, obwohl nur ganz wenige aus der Runde bei FB registriert sind. Es war auch gar nicht meine Absicht, bei FB Fotos zu veröffentlichen, das wollte ich nur im Blog der Strickgruppe machen. Als die FB-Seite soweit fertig war, schickte ich hocherfreut eine Info in die WhatsApp-Gruppe und hätte dann wohl besser für den Rest des Tages mein WhatsApp abgeschaltet. Doch dort sind viele wichtige Kontakte, die ich eben nicht einfach abschalten möchte. Ich kann es heute noch nicht glauben, welche, mir bis dahin sogar unbekannten Personen sich plötzlich zu Wort meldeten. Mir wurde nun klar und deutlich zugetragen und vermittelt, dass man weder ein Blog wollte und schon gar keine FB-Seite. Man wolle nicht im Internet gezeigt werden (aber diese Person wurde noch gar nicht gezeigt, da sie bei den letzte Treffen nicht dabei war und ohne Erlaubnis hätte ich ja niemanden veröffentlicht, wie oben schon geschrieben), man wolle überhaupt keine Werbung für die Strickrunde, es wären genug Leute dabei, man wolle keine neuen Mitglieder. – Ups ……. und ich dachte, das alte Blog gab es nicht mehr, weil die DSGVO eine Überarbeitung verlangte. – Ich könnte aber das Blog gern weiterführen, aber keine Fotos zeigen oder nur wenige, bitte keine Texte, am besten nur die Termine mitteilen und alles andere ganz lassen. Also wer hier bei mir liest, der weiß, dass das überhaupt nicht meins ist, Fotos ohne Texte….. Ich kann mich um kürzere Texte bemühen, aber ein reines Foto-Blog führe ich nicht und nur zum Mitteilen von Terminen benötige ich kein Blog, zumal die ohnehin bekannt und regelmäßig sind. Warum auch soll man öffentlich Termine mitteilen, wenn kein neues Mitglied erwünscht ist? Diese ganzen Informationen in der WhatsApp-Gruppe haben mir ziemlich zugesetzt, ich war erschrocken, wer plötzlich alles dagegen war. Die FB-Seite löschte ich sofort, für die Deaktivierung des Blogs brauchte ich die Hilfe meines IT-Beraters des Vertrauens, der dann die Inhalte der Datenbank löschte. Inzwischen ist auch die Domain gelöscht und dieses Blog gehört der Geschichte an. Ich finde es ja völlig in Ordnung, wenn man nicht für eine Sache ist. Was mich aber sehr geärgert hat, ist die Tatsache, dass vor dem Aufbau des Blogs keine Rückmeldungen oder nur positive kamen und nun, da alles fertig war, Arbeit, Zeit und auch Geld drin steckte, kommen die Mäuse aus ihren Löchern, fangen an zu reden und sich zu beschweren. Jeder, der eine Domain besitzt, weiß, dass diese heutzutage nicht kostenfrei ist, jeder weiß, dass auch ein SSL-Zertifikat notwendig und nicht unbedingt ohne Gebühren zu bekommen ist. Das habe ich für dieses Blog und die Strickrunde gern gemacht, weil ich dachte, ich stehe mit meiner Euphorie nicht allein da. Mit den Dingen, die am Aufbau eines Blogs hängen, bin ich auch nicht in der Runde „hausieren“ gegangen. Allein Mira wusste davon, weil sie selbst ein Blog führt und weiß, was daran hängt. Außerdem war sie auch ein wenig meine Beraterin im Hintergrund und brachte sich mit Ideen in die Gestaltung ein. Und eben wegen dieser Kriterien (Arbeit, Zeit, Geld) bin ich ziemlich enttäuscht, dass erst etwas gesagt wurde, als alles fertig war. Aber hätte ich auf diesen einen Einwand am Anfang gehört, wäre es nicht soweit gekommen. Ich möchte mich auf jeden Fall bei allen bedanken, die hinter mir standen und mich in der Sache bestärkt und in irgend einer Form unterstützt haben, aktiv oder nur durch Tipps und Ideen.

Fazit: ich bin doch wieder einmal selbst Schuld an dem Dilemma. Eines kann ich abschließend aber noch schreiben: ich habe die Lust am Stricken in dieser Runde nicht verloren, denn es gibt einige Strickerinnen, die ich weiter gern dort treffen und mit denen ich gern schwatzen möchte. Der Gang zu den Treffen hat aber für mich auch einen kleinen Beigeschmack, seit ich nun weiß, dass keine neuen Mitglieder geduldet werden. Ich bin zwar nicht „neu“ in dem Sinn, denn ich gehöre eigentlich zu den „Strickerinnen der ersten Stunde“, doch ich war nun sehr, sehr lange nicht dabei und fühle mich eigentlich schon wieder „neu“. Nun weiß ich gar nicht, ob ich denn bei allen geduldet werde, was mir letztendlich jedoch egal ist. Dieses Erlebnis hat auf jeden Fall etwas in mir bewirkt, mich vielleicht sogar in meiner bisherigen Meinung bestärkt, dass es schwierig sein kann, verschiedene Generationen von einer Sache zu begeistern. Mir geht sogar der Gedanke durch den Kopf, dass die neue DSGVO evtl. ein netter Grund für die Betreuer des alten Blogs war, ihre Arbeit zu beenden? Jetzt könnte ich es verstehen. Nach diesem einschneidenden Erlebnis (man kann es nicht einmal „Auseinandersetzung“ nennen, denn noch nie in meinem Leben habe ich um eine Sache nicht gekämpft sondern direkt aufgegeben) brauchte ich dann ein wenig Zeit für mich. So habe ich am Freitag, nachdem ich die Blumen zu Hause versorgt und meinen Kuchen gebacken hatte, den Rest des Tages strickend verbracht. Beim Stricken kann man so schön seinen Gedanken nachhängen.

Das war dieses Mal ein Samstags-Gedanken-Plausch, aber es musste einfach sein und tat mir gut. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende. Nachdem ich mich nun auch wieder ein wenig beruhigt habe und die Gedanken nicht ständig bei dieser Sache hängen bleiben, freue ich mich auf einen schönen Abend bei einem gemütlichen Essen mit dem weltbesten Lieblingsmann. Vorher machen wir noch ein paar Dinge im Garten.

♥ Liebe Grüße von Catrin ♥

13 Kommentare

  1. Liebe Catrin,
    dieser Beitrag war irgendwie an mir vorbei gegangen, deswegen jetzt noch -> fühl dich feste umarmt. Aus meiner Sicht hast du nichts falsch gemacht. Sich zuerst nicht rühren und dann hinterher meckern ist sowas von mies. Ich finde es sehr stark von dir, dass du weiter zu der Runde gehören willst, weil dir dort Menschen am Herzen liegen und dir den Stricktreff von den Miesepetern nicht mies machen lässt. Ich weiß nicht, ob ich das könnte.
    Ich wünsche dir trotz allem weiter viel Freude dabei!
    LG
    Yvonne

  2. Hallo liebe Catrin,
    ich finde es gut, dass Du Dir hier so richtig Luft gemacht hast. Ich finde es schade, dass es so gelaufen ist.
    Jetzt frage ich mich, ob ich, als nicht Hallenserin, überhaupt gewünscht bin bei den Stricktreffen? Ich meine natürlich nicht Dich und ein paar einzelne Strickerinnen, mit denen ich mich ja ganz nett unterhalte.
    Ich hab schon ein komisches Gefühl bei meinem nächsten Besuch.
    Viele liebe Grüße
    Brigitt

    1. Genau diese Gedanken hatte ich auch, liebe Brigitt, bin ich überhaupt dort erwünscht oder störe ich die harmonische Runde? Aber weißt du was? Ich treffe dort einige nette Leute, die es mir wert sind, den Eindringling zu spielen und im Grunde genommen bin ich ein „Mitglied der 1. Stunde“, auch wenn ich länger pausiert habe. Auch du gehörst ja schon länger dazu. Jeder kann nun mal nicht jede Woche kommen. 😉
      Bis bald in der Strickrunde, liebe Grüße, Catrin

  3. Liebe Catrin,
    oh wie schade und dann auch noch der ganze Ärger!! Das tut mir leid, wenn so einen neuen Blog einzurichten bedarf ja wirklich ganz viel Zeit und Muse. Schade, das deine Arbeit so wenig geschätzt wurde. Ich finde WhatsApp Gruppen auch bedenklich, ehrlich gesagt. Das ist alles viel zu anonym. Hoffentlich hast du den Ärger einigermaßen verarbeitet und bis schön am Stricken. 😉 Ich wünsche dir einen erholsamen Sonntag, genieße ihn. ❤️

    Liebe Grüße,
    Annette

    1. Liebe Annette,
      danke auch dir für deinen Kommentar und noch bin ich am Laptop, aber gleich stricke ich. Das Wetter lässt heute nichts anderes zu, hier regnet es. Aber es ist ein so schöner Regen für den Garten, dass ich ihn gern annehme. 😀
      Liebe Grüße und auch dir einen schönen Sonntag, Catrin.

  4. Liebe Catrin, ach das ist echt doof, da steckt man so viel Herzblut und Kraft und Zeit rein und dann sowas. Hatte das schon bei Mira gelesen. Aber es ist wirklich gut das Du Dir alles von der Seele redest.
    Toll mit dem Feigenbaum und den Weinstöcken. Drücke Dir den Daumen, das sie anwachsen.
    Erhol Dich von diesem schrecklichen Vorfall und genieße das Wochenende. Lieben Gruß Sylvia

    1. Danke, liebe Sylvia für deine lieben Worte. Mir tat es wirklich gut, hier darüber zu schreiben. In der Gruppe selbst hält man sich da lieber bedeckt und ich glaube, hier lesen es nur wenige und die verstehen mich.
      Beim Wein hoffen wir schon im kommenden Jahr auf eine Kostprobe, bei der Feige wird es wohl ein paar Jahre dauern.
      Liebe Grüße von Catrin

  5. Oh je! Du Arme! Im entscheidenden Moment nichts sagen, aber hinterher meckern, ist nicht nett, vor allem weil du viel Aufwand damit hattest. Dass gewisse Menschen auf einmal exklusiv tun, habe ich auch schon erlebt und mich gewundert. Ich wünsche dir, dass du die netten, offenen Menschen in der Runde antriffst. Liebe Grüsse von Regula

  6. Also ist euer Stricktreffen nun öffentlich oder Privat? Privat kann ich mir meine Besucher aussuchen, ich meine bei dir gelesen zu haben, dass die Strickerinnen sich in einem öffentlichen Raum treffen? Da frage ich mich schon, wer so privilegiert ist andere auszuschliessen. Und leider ist kritisieren einfacher als selber machen. Gut finde ich, dass du deinen Ärger niederschreibst und nicht am Kloss im Hals Gefahr läufst daran zu versticken. Hoffentlich wächst euer Wein und der Feigenbaum gut an und schenkt euch nächstes Jahr Früchte. Ich musste ca. 6 Jahre warten auf die ersten reifen Feigen.
    L G Pia

    1. Ja, genauso ist es, liebe Pia, wir treffen uns an einen öffentlichem Ort, wo jeder Zugang hat und man eigentlich niemanden ausschließen kann. Deshalb soll es keine Werbung geben, damit die Gruppe nicht größer wird. Aber die Termine hätte ich mitteilen können. Nur dann könnte ja wieder jemand drauf aufmerksam werden, alles sehr widersprüchlich. Na ja, man muss ja nicht alles verstehen 🙂
      Liebe Grüße von Catrin

  7. Oh je, dass ist ja wirklich ärgerlich. Und mich würde es massivst ärgern: Erst nichts sagen und dann meckern. Und sorry, einen Blog auf dem nur Termine genannt werden, aber keine neuen Mitglieder gewünscht werden, ist völlig überflüssig.- So ist es zwar schade um deinen Arbeit, aber völlig verständlich, dass du den Blog gelöscht hast.

    Gruß Marion

    1. Ich danke dir für deinen Kommentar und gebe dir völlig Recht, ein Blog nur mit Terminen ist für mich kein Blog, aber Termine muss ich auch bloß dann veröffentlichen, wenn ich mir wünsche, dass sich dadurch noch jemand zur Gruppe gesellt. Besonders schade finde ich ja, dass der eigentliche Grundgedanke der Gründer dieses Strickgruppe dadurch ein wenig verloren geht, eben die Handarbeitsfreudigen aus der Region zusammen zu führen. Und eine Gruppe von 29 Leuten (wenn denn mal alle kämen, was aber nie passiert) ist schon riesig, da kommt es auf einen mehr auch nicht an. Aber nun ist es für mich gut, dass ich die Meinungen der anderen auch kenne und richte mich danach. Wie es eben immer im Leben ist, die einen denken so, die anderen anders. 😀
      Liebe Grüße von Catrin.

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